Sting-Free und die Reise zu einem neuen Snus-Standard
Bengt Wiberg ist in der Snus-Welt ein bekannter Name, nicht zuletzt in den sozialen Medien, wo er sich als leidenschaftlicher Innovator und Verfechter einer besseren Mundgesundheit unter Snus-Konsumenten einen Namen gemacht hat.
Bengt Wibergs Marke Stingfree hat national und international bereits grosse Aufmerksamkeit für ihre einzigartige Lösung für ein weit verbreitetes Problem erhalten: Schmerzen und Reizungen des Zahnfleisches durch Snus. In einem Exklusivinterview mit dem Snus-Kurier am 14. November 2024 geben Bengt und sein Sohn Daniel Wiberg, CEO von Stingfree AB, Einblicke in die Geschichte der Marke, ihre Innovationen und Zukunftsvisionen. Das Interview vermittelt uns einen tiefen Einblick in die Entwicklung von Stingfree zu der Kraft in der Snusbranche, die es heute ist.
Der Hintergrund zu Sting-Free
Bengt Wiberg verfügt über Erfahrung als Finanzvorstand, sowohl in Schweden als auch im Ausland, wo er für private Unternehmen und die Stadt Lidingö tätig war. Trotz seiner langen Karriere hatte er keinerlei Erfahrung mit Unternehmensgründungen oder Patentanmeldungen. Die Idee für Stingfree entstand aus einer persönlichen Herausforderung:
“Nach vielen Jahren des Snuskonsums begann mein Zahnfleisch zu schmerzen, und ich bemerkte, dass es rot und gereizt war. Mein Zahnarzt riet mir, mit dem Snus aufzuhören, aber ich hatte Bedenken, wieder mit dem Rauchen anzufangen. Ich versuchte, ein Pflaster auf eine Seite des Snus zu kleben, und die Schmerzen verschwanden sofort. Das war der Beginn von Stingfree..”
Bengt begann mit verschiedenen Pflastern und Bändern zu experimentieren, um sein Zahnfleisch zu schützen. Während dieser Zeit überlegte er zunächst, seine Idee an Swedish Match zu schicken, änderte aber im letzten Moment seine Meinung:
„Ich dachte, wenn das für mich von Vorteil ist, kann es vielleicht auch für viele andere Snus-Konsumenten auf der ganzen Welt von Vorteil sein.“
Mit Unterstützung von Startup Stockholm und in Zusammenarbeit mit Zahnärzten und Forschern des Karolinska Institutet entwickelte Bengt seine Idee zu einem fertigen Produkt. Professor Tony Axell, einer der weltweit führenden Experten für Snus und Mundgesundheit, trug maßgeblich dazu bei, Bengt die Auswirkungen von Snus auf das Zahnfleisch und mögliche Lösungsansätze zu erklären. Die Statistiken sprechen für sich: laut unabhängigen Studien leiden 70–80 % aller Snus-Konsumenten an Zahnfleischreizungen. Diese Erkenntnis war für Bengt die treibende Kraft bei der Entwicklung einer Lösung, die Millionen von Snus-Konsumenten helfen sollte.
Die einzigartigen Eigenschaften des Beutels
Bengt und Daniel erklären, wie der patentierte Biofilm von Stingfree funktioniert:
Der Biofilm funktioniert genau wie die Innenseite eines Arla-Milchkartons. Er macht die Oberfläche des Beutels wasserdicht und schützt das Zahnfleisch vor Reizungen, ohne den Geschmack oder die Nikotinzufuhr zu beeinträchtigen. Das Elegante daran ist, dass der Inhalt des Beutels selbst unverändert bleiben kann.
Der Biofilm fungiert zudem als chemisch beständige Barriere zwischen Snus und Zahnfleisch und verhindert Reizungen, ohne Geschmack oder Nikotinwirkung zu beeinträchtigen. Der Inhalt von Snus- und Nikotinbeuteln weist hohe pH-Werte und intensive Aromen auf, die zu Zahnfleischreizungen führen können. Deshalb ist diese Barriere erforderlich.
Zu den Fakten: die Technologie hinter Stingfree
Stingfree basiert auf einem fortschrittlichen technologischen Verfahren, das Innovation und Präzision vereint. Herzstück des Produkts ist der patentierte Biofilm, eine chemisch beständige und wasserdichte Barriere, die das Zahnfleisch vor Reizungen schützt.
Patentierter Biofilm: Chemisch beständige und wasserdichte Barriere, die das Zahnfleisch schützt, ohne Geschmack oder Nikotinabgabe zu beeinträchtigen.
Material: Hergestellt aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen.
Einzigartige Eigenschaften: Dünn, effektiv und vergleichbar mit der Innenseite eines Milchkartons, wodurch eine wasserdichte Oberfläche entsteht.
Herstellungsverfahren: Der Biofilm wird vor der Herstellung des Snus auf das Papier des Snusbeutels aufgebracht.
Vorteile: Schützt das Zahnfleisch, erhält Geschmack und Nikotin und verbessert die Mundgesundheit.
Der Erfolg hinter Stingfree
Zu den Momenten, auf die Bengt besonders stolz ist, gehören:
- Die Genehmigung der amerikanischen und europäischen Patente.
- Die Unterzeichnung eines Lizenzvertrags mit Swedish Match.
- Die Auszeichnung in New York für die Innovation.
- Dass sein Sohn Daniel sich entschied, Vollzeit bei Stingfree zu arbeiten.
- Dass die Ergebnisse der Pilotstudie mit schwedischen Zahnärzten deutlich zeigten, dass sich deren Mundgesundheit durch die Umstellung auf Stingfree verbesserte.
Bengt beschreibt auch die Freude über den Verkauf der ersten Dosen Stingfree, die bestätigten, dass seine Idee das Potenzial hatte, den Alltag von Snus-Konsumenten zu verbessern.
Geschmacksrichtungen und Benutzer
Stingfree konzentriert sich auf Geschmacksrichtungen und Stärken, die der Verbrauchernachfrage entsprechen. Daniel erklärt:
Als kleineres Startup verfügen wir über begrenzte Ressourcen und müssen sorgfältig auswählen. Deshalb konzentrieren wir uns auf die beliebtesten Geschmacksrichtungen wie Blue Mint und Swedish Cola und nutzen Verkaufsdaten von Online-Händlern, um herauszufinden, welche Produkte bei den Kunden am gefragtesten sind.
Kundenfeedback zeigt, dass das Produkt sowohl von Männern (53 %) als auch von Frauen (47 %) geschätzt wird. Vielen Anwendern wurde Stingfree Snus von ihrem Zahnarzt als sanfte Lösung bei Zahnfleischproblemen empfohlen.
Zu den Fakten: Stingfree-Varianten
Geschmacksrichtungen
Stingfree bietet eine sorgfältig ausgewählte Auswahl an Geschmacksrichtungen, die sowohl klassische als auch experimentierfreudige Snus-Nutzer ansprechen. Jede Geschmacksrichtung bietet ein einzigartiges und angenehmes Erlebnis:
- Blue Mint: ein frischer und süßer Minzgeschmack, der kühlt und erfrischt.
- Swedish Cola: eine einzigartige Kombination aus Süße und Säure mit Cola-Geschmack.
- Caribbean Mango: ein tropisch-fruchtiger Geschmack mit saftigen Mangonoten. Erhältlich ab Anfang 2025.
- California Peach: ein sanfter und runder Geschmack sonnengereifter Pfirsiche.
- Maltese Lemon: ein ausgewogenes Zitruserlebnis mit Säure und Süße.
- Ozean Mint: ein intensiver und kräftiger Minzgeschmack mit frischem Eukalyptus. Erhältlich ab Anfang 2025
Nikotinstärken
Stingfree bietet Beutel in zwei Nikotinstärken für unterschiedliche Bedürfnisse:
- Milde Stärke (4,4 mg Nikotin pro Beutel): perfekt für alle, die ein milderes Nikotinerlebnis bevorzugen. Beispiele: California Peach und Maltese Lemon.
- Normale Stärke (6,6 mg Nikotin pro Beutel): für ein stärkeres, aber nicht zu starkes Nikotinerlebnis. Beispiele: Blue Mint und Swedish Cola.
- Starker weißer Snus (11 mg Nikotin pro Beutel). Erhältlich ab Anfang 2025.
Format
Alle Stingfree Beutel sind slim und diskret für eine bequeme und unsichtbarere Anwendung unter der Lippe. Die Beutel wiegen 0,55 Gramm und liegen stabil im Mund, ohne zu beschweren. Eine Dose enthält 20 Beutel mit einem Gesamtnettogewicht von 11 Gramm.
Internationale Expansion und Herausforderungen
Daniel spricht über die Erfolge und Herausforderungen des Unternehmens außerhalb Schwedens:
Stingfree ist bereits in Österreich und Frankreich erhältlich und wird über globale Online-Händler in über 100 Länder verkauft. Die Herausforderungen liegen darin, sich in den unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen zurechtzufinden und die Verbraucher über die Probleme aufzuklären, die Stingfree lösen kann, wie zum Beispiel Zahnfleischreizungen.
Außerhalb Schwedens hingegen spricht man eher von wundem Zahnfleisch als von etwas Negativem. Oftmals ist es für jemanden der erste Schritt, beispielsweise vom Rauchen auf weissen Snus umzusteigen.
Zukunft und Vision
Bengt und Daniel haben eine gemeinsame Vision für Stingfree:
„Wir möchten, dass die Stingfree- und PROTEX-Technologie zum Standard in der Snus-Industrie wird, so wie Gore-Tex es für Kleidung ist.“
Kurzfristig plant das Unternehmen, die Produktion zu rationalisieren und neue Biofilme zu erforschen. Gleichzeitig will das Unternehmen mehr Geschmacksrichtungen und Stärken auf den Markt bringen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Unternehmerische Lektionen
Bengt betont, wie wichtig Geduld und Vernetzung sind:
„Alles dauert viel länger als man denkt, daher ist Geduld gefragt. Menschen geben ihr Wissen oft großzügiger weiter, als man denkt. Zögern Sie also nicht, anzurufen und Kontakt aufzunehmen.“
Er erzählt auch, wie ihm LinkedIn geholfen hat, Kontakt zu einem wichtigen Investor aufzunehmen, und wie wichtig es ist, den Mut zu haben, um Hilfe zu bitten und sein Netzwerk zu nutzen. Stingfree ist ein Beispiel dafür, wie eine persönliche Herausforderung zu einer globalen Lösung führen kann. Mit Innovation und Engagement haben Bengt und Daniel Wiberg ein Produkt entwickelt, dass das Snus-Erlebnis für Tausende von Nutzern in Schweden und international verbessert. Für Snus-Nutzer, die Genuss mit Gesundheitsbewusstsein verbinden möchten, bietet Stingfree eine bahnbrechende Lösung, die nicht nur schützt, sondern auch einzigartige Aromen und ein spürbares Nikotinerlebnis bietet.

