Warum ist Snus in der EU illegal?
In der komplexen Landschaft der Tabakregulierung innerhalb der Europäischen Union (EU) scheint das Verkaufsverbot von Snus ein besonders kontroverses Thema zu sein.
Obwohl Schweden im Zuge seines EU-Beitritts 1995 eine Ausnahmeregelung für den Verkauf von Snus innerhalb seiner Grenzen aushandeln konnte, gilt das Verbot in anderen Mitgliedstaaten weiterhin.
In der komplexen Landschaft der Tabakregulierung innerhalb der Europäischen Union (EU) scheint das Verkaufsverbot von Snus ein besonders kontroverses Thema zu sein. Obwohl Schweden im Zuge seines EU-Beitritts 1995 eine Ausnahmeregelung für den Verkauf von Snus innerhalb seiner Grenzen aushandeln konnte, gilt das Verbot in anderen Mitgliedstaaten weiterhin.
Ab 1992 war der Export von schwedischem Snus in andere EU-Länder verboten. Mit dem EU-Beitritt Schwedens 1994 erhielt Schweden ein Sonderrecht für den weiteren Verkauf von Snus auf dem Inlandsmarkt, das Recht zum Export des Produkts in andere EU-Mitgliedstaaten wurde jedoch nicht gewährt. Doch warum diese harte und unvernünftige Linie?
Die Rechtsgrundlage für das EU-Snusverbot reicht bis in die frühen 1990er Jahre zurück. Die Richtlinie 92/41/EWG wurde als Reaktion auf die aggressiven Marketingkampagnen verabschiedet, die versuchten, amerikanischen Snus wie „Skoal“ in Europa einzuführen. Diese Produkte wurden stark an junge Konsumenten vermarktet, und es gab Bedenken, dass sie den Tabakkonsum einer neuen Generation normalisieren würden.
Die Entscheidung der EU, das Snusverbot beizubehalten, basierte auf einer Kombination aus gesundheitlichen und marktwirtschaftlichen Erwägungen. Aus gesundheitlicher Sicht galt Snus als süchtig machend und hatte gesundheitsschädliche Auswirkungen. Obwohl neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Risiken von Snus nicht so gross sind wie die des Rauchens, gilt in der EU ein anerkanntes Vorsorgeprinzip, das oft als „Priorität der öffentlichen Gesundheit gegenüber den Interessen der Tabakindustrie“ dargestellt wird. Dies trotz der differenzierteren wissenschaftlichen Sicht auf Snus und der zunehmenden Akzeptanz des Konzepts der Risikominderung.
In Bezug auf die Vermarktung zielte das Verbot darauf ab, die Verbreitung eines neuen Tabakprodukts in Ländern zu verhindern, in denen Snus traditionell nicht verwendet wird, und so möglichen gesundheitlichen Folgen einer neuen Tabaksucht vorzubeugen. Eine Form des Protektionismus, mit der die EU in anderen Fragen selten in Verbindung gebracht wird.
Der EU-Binnenmarkt war schon immer ein Balanceakt zwischen freiem Handel und dem Schutz der Gesundheit, der Rechte und des Wohlbefindens der Verbraucher. Im Fall von Snus überwogen die Argumente des Gesundheitsschutzes gegenüber denen des freien Handels. Diese Haltung blieb trotz des Widerstands und der Lobbyarbeit sowohl der schwedischen Regierung als auch der Tabakproduzenten bestehen, die argumentierten, das Verbot sei diskriminierend und verstoße gegen die Grundsätze des freien Handels. Zahlreiche namhafte schwedische Unternehmen, Organisationen und Politiker haben vergeblich gegen dieses Verbot gekämpft.
Die EU ist bisher nicht von ihrer Linie abgewichen. Das Verbot wird als Teil einer umfassenderen Strategie zur Reduzierung des Tabakkonsums und seiner schädlichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit gesehen. Die EU war bisher auch zurückhaltend, die Vermarktung von Tabakalternativen zuzulassen, die als „sicherere Wahl“ gelten, aus Angst, dies könnte umfassendere Maßnahmen zur Tabakkontrolle untergraben.
Der Markteintritt von weissem Snus auf dem schwedischen und später auch auf dem europäischen Markt hat die Karten neu gemischt. Weisser Snus enthält keinen Tabak und unterliegt daher auch nicht der EU-Tabakrichtlinie. Laut EU ist weisser Snus kein Snus und daher erlaubt. Zumindest auf EU-Ebene.
Schwedischer Snus (braun und weiss) stellt die Vorstellungen von Wissenschaft, Gesetzgebern und Europäern über Nikotin, Tabak und Snus weiterhin in Frage. Bisher ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.
Reisen Sie diesen Winter oder Sommer in ein europäisches Land und möchten sich auf die Frage vorbereiten: „Was ist Snus?“, „Was ist Snus?“, „Qu’est-ce que le snus?“, „Cos’è lo snus?“ oder „¿Qué es el snus?“? Lesen Sie den Snus-Kurier-Artikel mit dem Titel „Was ist Snus?“.

